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Freiliegende Zahnhälse

Unser Zahnhals ist voller Nervenfasern. Tausende von ihnen sorgen für Gefühle, die uns unter Umständen warnen und dazu anhalten, uns noch besser um die Zähne zu kümmern. Wenn der Zahnhals aus irgendeinem Grund frei liegt, dann wird er extrem empfindlich gegen Temperaturschwankungen, Essensreste, Säure oder Zucker. Alle kennen das Gefühl plötzlich blitzartig auftretenden Schmerzen, die bei kalten oder heissen Speisen auftreten.

Das könnte mit den freiliegenden Zahnhälsen zu tun haben. Besorgt sind Patienten, wenn sie einen Rückgang des Zahnfleisches beobachten, oder überempfindliche Zahnhälse haben. Aber es kommt auch vor, dass die freiliegende Zahnhälse, sogenannte gingivale Rezession erst vom Zahnarzt entdeckt werden, weil keine Beschwerden vorliegen. Die Frage nach der Therapie und ob eine Therapie überhaupt notwendig ist, wird der Zahnarzt entscheiden müssen. Sehen wir aber zunächst, welche Ursachen dahinter stehen können.

Putztechnik überprüfen - Zahnpasta richtig wählen!
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Wo befindet sich der Zahnhals?

Wie ist der Aufbau der Zähne und warum hat der Zahn einen Hals? Was wir oben am Zahn sehen ist die Zahnkrone, sie schützt der Zahnschmelz. Danach in Richtung Zahnfleisch kommt der Zahnhals, der schützend vom Zahnfleisch umgehüllt wird. Die Wurzel halten den Zahn im Kieferknochen fest. Der Zahnhals ist ein Verbindungsstück zwischen dem Kauwerkzeug und dem Kieferknochen. Solange die Zahnkrone unempfindlich ist, reagiert der Zahnhals sensibel, denn tausende feine Nervenfasern ziehen durch das darunter befindliche Dentin. Die Nerven wandeln den Reiz in Schmerz um, das sichert, dass sich der Organismus gegen Angriffe wehren kann. Wenn der Zahnhals also frei liegt, dann sind Infektionen und Bakterien viel gefährlicher für ihn, erreichen besser die Nervenbahnen.

Mögliche Ursachen freiliegender Zahnhälse

Der erste entscheidende Schritt für eine Therapie ist die Ursachen zu erkennen, denn sie sind vielfältig.  In den häufigsten Fällen sind freiliegende Zahnhälse die Folge parodontaler Erkrankungen oder einer äusseren mechanischen Trauma. Wenn die Zähne gesund sind, sind die Zahnwurzel komplett von Gingiva bedeckt. Der Zahnfleischrand verläuft dann bis zu 2 mm koronal der Schmelz-Zement-Grenze. Wenn das nicht der Fall ist, sondern der Rand weiter unter der normalen physiologischen Positioin liegt, spricht man von einer parodontalen Rezession. Diese ist ein Voraussetzung für überempfindliche Zahnhalse, und die daraus folgenden Beschwerden, einen kurzen, blitzartigen Schmerz. Eine weitere unangenehme Nebenwirkung freiliegender Zahnhälse ist die erhöhte Anfälligkeit für Karies.
Die folgenden Gründe bzw. Ursachen kann es also für Zahnfleischschwund und damit ein freiwerden der Zahnhälse geben:  

  • Zahnfleischentzündung, Parodontitis:
    dabei ist das Zahnbett entzündet, wenn nicht entdeckt, baut sich der Kieferknochen als Reaktion darauf ab und das Zahnfleisch schwindet mit dem Knochen ab. Die Zähne treten sichtbar hervor.
  • ständiges Zähneknirschen, sogenannter Bruxismus:
    das belastet verständlicherweise das Zahnfleisch und führt zur Rezession
  • zu starkes Schrubben mit der Zahnbürste, Abrasion:
    das ist ein häufiger Fehler, dass man glaubt, gründliches Putzen heisst starkes Drücken. Das erzeugt jedoch leider einen anderen Effekt und zwar kann unter Umständen die Zahnhartsubstanz entfernen und zu einem Rückzug vom Zahnfleisch führen.
  • eine genetische Veranlagung kann sein, dass das Lippenbändchen so entwickelt ist, dass es einen Zug auf das Zahnfleisch ausübt und dadurch zum Rückzug animiert. Das erkennt der Zahnarzt bei der Prophylaxe Untersuchung.
  • der Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer, die sogenannte Okklusion können auch ein Grund für freiliegende Zahnhälse sein

Heilungs- und Behandlungsmethoden

Es gibt abhängig von der Ursache schon mal Verhaltensweisen, die man selber überprüfen und umstellen kann. Je nach Ursache sind die folgenden Verhaltensweisen umzustellen: Mundhygienegewohnheiten, mit besonderer Beachtung des Drucks, den man auf die Zähne ausübt, auf die Art der Bürste und die Zwischenraumpflege; Achten auf die Lebensmitteln, vor allem kein übermäßiger Genuss von Säuren (z. B. Softdrinks, Zitrusfrüchte); nicht zu kalte und nicht zu heisse Lebensmitteln zu sich nehmen; bei Okklusion eventuell Schiene anfertigen lassen; Zähneknirschen untersuchen; und regelmässiger Zahnarztbesuch.  

Welche Tipps kann man nun bei Schmerzen verursacht von freiliegenden Zahnhälsen beherzigen:

Im Vorfeld ist es noch wichtig, darüber bewusst zu werden, dass Zahnfleisch, das sich zurückgezogen hat, leider nie wieder kommt. Aber der Schutz der freiliegenden Zahnhälse ist durchaus möglich: Putztechnik verändern. 

5 Tipps für eigenständige Vorbeugungsmassnahmen: 

1. Mundhygienegewohnheiten überprüfen

Das starke Schrubben hilft vielleicht beim Bodenwischen – solange es Steinboden ist – aber mit Sicherheit nicht bei der so empfindlichen Oberfläche, wie der Zahnschmelz. Hier ist es kontraproduktiv. Die Zähne werden nicht sauberer, aber Zahnschmelz und Zahnfleisch erleiden Verletzungen. Dagegen hilft ein sanftes Aufdrücken mit einer weichen Bürste und mit der geeigneten Technik von oben nach unten, bzw. von Rot nach Weiss. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie uns oder Ihren Zahnarzt. Der Wechsel zur elektrischen Zahnbürste kann auch wohltuend sein, weil dort ein zu starker Druck nicht möglich ist. Wichtig bei der Mundhygiene ist auch die Zahnpasta. Auf keinen Fall sind Whitening-Zahncremes zu empfehlen, weil diese zu viele Putzkörper enthalten. Diese schmirgeln die Oberfläche vom Zahn ab. Ein minimaler Gehalt an Fluorid tut auch gut, weil er den Zahnschmelz wiederum stärkt und macht ihn gegen Säuren widerstandsfähiger. 

2. Säure nur in Massen

Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie gerne sauere Lebensmittel essen, diese enthalten meistens viel Vitamine. Ihr ausgeglichener Genuss ist jedoch wichtig, wenn man unter freiliegenden Zahnhälsen leidet. Wenn man Obst zusammen mit Joghurt isst, dann schützt das darin enthaltene Kalzium die Zähne und sorgt dafür, dass die Säure den den Zahnschmelz nicht angreifen kann. 

3. „Manche mögens heiss”, aber die Zähne nicht

Sie müssen auf nichts verzichten bei freiliegenden Zahnhälsen, es ist aber ratsam, die Temperatur an ihre empfindliche Zähne anzupassen. Hitze, Kälte oder eben wie oben beschrieben Saure wirken reizend auf die Nerven und machen ihr Lebensmittelgenuss zu einem unangenehmen Erlebnis. Daher lieber lauwarm und nicht eiskalt, und schon gar nicht plötzliches Wechseln zwischen Kalt und Heiss. Also einfach achten auf die Temperatur und bei Jahreszeitenwechsel auf den Schutz der Zähne auch von aussen. 

4. Möglichst nicht rauchen

Oder zumindest das Rauchen so stark wie möglich einschränken. Das Problem damit ist, dass das  Nikotin in Zigaretten die Durchblutung des Zahnfleischs hemmt. Und das wissen wir sehr genau, wenn das Zahnfleisch nicht ausreichend durchblutet ist, dann sind die Abwehrkräfte kleiner und es wird anfälliger für Entzündungen. 

5. Gewürznelken helfen 

Gewürznelken stillen den Schmerz wegen ihrem Eugenol Gehalt  und wirken entzündungshemmend. Man kann daher eine Gewürznelke auf den schmerzenden Zahn legen und darauf beissen. Wenn es sich nicht deutlich verbessert, muss natürlich der Zahnarzt zum Rat gezogen werden. Die oben genannten Massnahmen kann man selber ausführen. Es gibt natürlich aber auch Behandlungsmethoden und Therapien, die der Zahnarzt durchführen muss. Wenn als Grund Parodontitis festgestellt wurde, muss gegen diese Entzündung mit einer intensiven Behandlung vorgegangen werden. In kurzen Intervallen werden Termine abgestimmt, abhängig davon, wie fortgeschritten die Parodontitis ist. Hier wird Zahnstein und nicht erreichbare bakterielle Gewebe entfernt. Es kann sein, dass das Zahnfleisch auch wieder aufgebaut werden muss, das passiert mit Transplantation. 

Welche Probleme sollte der Zahnarzt noch behandeln? Wir stellen Ihnen 4 weitere Fälle vor: 

1. Zähneknirschen behandeln

Eine andauernde Anspannung oder Stress können nächtliches Zähneknirschen verursachen. Ds übt sehr starke Kräfte auf die Zähne und Zahnfleisch aus und verursacht abgenutzte Zahnoberfläche oder brüchige Zahnkanten. Sogar auf das Zahnfleisch wirkt es sich aus und es kann sich zurückziehen. Noch zusätzlich wacht man auch mit angespannter Muskulatur aus und unter Umständen mit dem Gefühl, dass die Regeneration und Verarbeitung unserer Erlebnisse nicht genügend Ruhe in der Nacht gewährleistet haben. Eine Knirscher-Schiene kann eine Abhilfe schaffen, weil es als Stossdämpfer wirkt. Aber langfristig muss man an den wirklichen Ursachen arbeiten. 

2. Versiegelung der Zahnhälse 

Diese Methode kann sehr gut und auch relativ langfristig bei dem Problem helfen. Der spezielle Fluorid-Lack, der nach der regelmässigen professionellen Zahnreinigung aufgetragen wird legt sich über den Zahnhals und schwächen sie von äusseren Reizen etwas ab. Dann verursachen Hitze und Kälte keine so plötzliche Schmerzen mehr. 

3. Lippenbändchen entfernen lassen

Wie oben bereits erwähnt, gibt es das Phänomen, dass das Lippenbändchen so ausgeprägt ist, dass es am Zahnfleisch zieht. Als Auswirkung zieht sich dieses zurück. Mit einem Laser kann mit einem kleinen Eingriff das Lippenbändchen entfernt werden, das ist vollkommen schmerzfrei möglich. 

4. Füllungen von Zahnhals

Ist der entstandene Defekt am Zahnhals so beeinträchtigend, dass es ästhetische und gesundheitliche Probleme wegen Schmerzen erzeugt, kann mit einem zahnfarbenen Kunststoff eine Füllung hergestellt werden. Der verwendete Füllungsstoff entspricht dabei ganz genau der natürlichen Zahnfarbe und gibt seine natürliche Form zurück. Als Auswirkung werden die Schmerzen verhindert, wegen ihrer isolierenden Wirkung. 

Fazit zum Thema freiliegende Zahnhälse

Falls dieses Problem auftritt wird entsprechend den oben genannten Risikofaktoren der Zahnarzt anhand einer Patientenbefragung herausfinden, was der Patient selber gegen freiliegende Zahnhälse tun kann. Wenn der Ausmass klar ist, wird die Behandlungsart ausdiskutiert, und auf die Patientenwünsche eingegangen. Oft haben sie die Befürchtung, dass die Zähne bei einem Bestehen parodontaler Rezessionen eventuell ausfallen können. Diese Gefahr besteht jedoch nur im fortgeschrittenen Entzündungsfall Parodontitis, wenn sie unbehandelt bleibt. Bei einer leichten Herausbildung entscheiden sich viele auch noch eher dafür, selber ihre Gewohnheiten umzustellen und keine regelmässige Behandlungen beim Zahnarzt anzugehen. Aber wenn die Rezessionen ausgeprägt sind und auch eine ästhetische Beeinträchtigung sind, wir eine Therapie erwünscht. Leider kann es dann zu Schwierigkeiten führen, wenn der Patient sehr schmerzempfindlich ist, eine sensible Dentin hat. Das erschwert nämlich die Behandlung. Eine sehr detaillierte Befragung kann dabei helfen, die richtige Therapie und Mass an eigenständiger Arbeit zu finden.

Häufig gestellte Fragen


Wie erkennt man freiliegende Zahnhälse?

Abhängig davon, wie weit die Freilegung bereits ist, kann man freiliegende Zahnhälse mit blossem Auge erkennen. Manchmal wenn es keine Beschwerden verursacht, kann sie nur der Zahnarzt bei der Untersuchung mit zahnmedizinischen Geräten erkennen.

Kann man selber etwas tun, wenn die Zahnhälse frei liegen?

Man kann sogar sehr viel tun, wie Putztechnik überprüfen - gründlich, aber mit wenig Druck, Essgewohnheiten umstellen – so wenig Säureeinwirkung wie möglich, oder die Zahnpasta richtig wählen. Bei Schmerzen kann man Gewürznelken verwenden.

Ist Kälteempfindlichkeit immer ein Anzeichen für freiliegende Zahnhälse?

Sehr oft ist es ein Anzeichen dafür, dass am Zahnfleisch etwas nicht in Ordnung ist. Wenn die Zähne eine Empfindlichkeit, plötzlichen Schmerz vorweisen, kann jedoch auch noch andere Entzündungen im Hintergrund stehen.

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