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Retinierte Zähne – die Versteckspieler

In vielen Fällen kommt es vor, dass sich Zähne unter dem Zahnfleisch verstecken und erst auf dem Röntgenbild erkennbar werden. Wie ärgerlich und unangenehm! Was tun?

Wenn alles gut geht, wachsen die Zähne schön der Reihe nach und ergeben irgendwann eine perfekte Zahnreihe von insgesamt etwa 32 Zähnen, zusätzlich Weissheitszähne. Aber in den seltensten Fällen geht alles gut. Oft geht gerade etwas schief oder auch vieles und dazu gehören auch schiefe Zähne, zu wenig Platz im Kiefer oder eben Zahnlücken, retinierte oder impaktierte Zähne, nicht oder falsch ausgewachsene Weissheitszähne, oder andere Unannehmlichkeiten. Es ist eher selten, dass ein Gebiss sich perfekt entwickelt. Sie kennen mit Sicherheit viele Aufnahmen, die wirklich interessante Zahnreihen abbilden, wo man ganz schiefe oder „Vampir Zähne” sehen kann, die oberhalb der Zahnreihe wachsen. Sichtbar oder versteckt bedürfen sie einer sorgfältigen Entdeckung und Behandlung, sie müssen aus dem Inneren der Zahnreihen gerettet werden. Wir sehen jetzt genau nach, was retinierte Zähne sind, wie man sie entdeckt, welche Arten es davon gibt und wie man sie behandeln kann.

Traut sich nicht oder wird verhindert?

Das Durchbrechen der Zähne passiert normalerweise automatisch. Durch abnorme Stellung der betreffenden oder aber der benachbarten Zähne kann es sich aber ergeben, dass sie doch im Zahnfleisch bleiben. Es kann auch sein, dass man das überhaupt nicht merkt und erst ein Röntgenbild diesem Versteckspiel auf die Spur kommt. Retinierte Zähne bezeichnet man die Zähne, die sich noch immer im Zahnfleisch befinden, obwohl sie längst hätten durchbrechen müssen. Sie werden nicht durch andere Zähne daran gehindert, sondern wahrscheinlich trauen sie sich einfach nicht oder fühlen sich so wohl. Beim impaktierten Zahn dagegen steht ein anderer Zahn im Weg und deshalb kann der betreffende Zahn nicht durchbrechen.  In beiden Fällen ist eine Röntgenaufnahme überaus wichtig, weil dort das Problem vollständig vor Augen tritt und die genauen anatomischen Strukturen erkennen lässt. Beispielsweise, ob der Kiefer breit genug für die ganzen Zähne ist, ob ausser den vermuteten noch andere Zähne im Weg stehen. 

Aber wann ist der Zeitpunkt, wo man Verdacht schöpfen muss, dass ein Zahn sich noch nicht in der Mundhöhle zeigt? Etwa eineinhalb Jahre nach normaler Durchbruchzeit muss man handeln. Retiniert hat lateinischer Abstammung (retinere) und bedeutet „zurückhalten, festhalten”. Als ob der Zahn an seiner geschützten Stelle unter dem Zahnfleische festhalten würde. Im Falle von bleibenden Zähnen ist der Standpunkt, wenn der bis zum 20. Lebensjahr nicht durchgebrochen ist, dann wird er es auch nicht mehr tun. Eckzähne, Backenzähne und die Weissheitszähne sind in den meisten Fällen von der Retention betroffen. Schmaler Kiefer, Vererbungsveranlagung spielen eine Rolle und bei Frauen tritt sie doppelt so oft auf, wie bei Männern. Die retinierten Zähne müssen auf jeden Fall behandelt werden, da ansonsten kommen weitere Fehlstellungen vor.

Gründe und Ausprägungen retinierter Zähne

Es gibt unterschiedliche Ursachen für retinierte Zähne.

  • Der eine Grund ist der Wachstum der Zähne an sich.
  • Die eine ist, wenn man bei Kindern die Milchzähne zu früh entfernen muss oder zu früh herausfallen, das dazu führt, dass der Durchbruch der bleibenden Zähne verhindert wird. Das hat den Grund, dass die Knochendecke sich schliesst, weil dort kein Zahn mehr den Platz sichert.
  • Es kommt auch vor, dass die 32 Zähne bereits ausgewachsen sind, aber es wächst ein einzelner Zahn noch im Gebiss, meist im Oberkiefer in der Umgebung der Schneidezähne.
  • Ein dritter Grund ist folgender: die bleibenden Zähne müssen sich in ein bereits bestehendes festes Gebiss einordnen, wodurch es zu einem Platzmangel kommen kann. Zähne, die als letzte durchbrechen, sind die Eckzähne, die zweite grosse Backenzähne und die Weissheitszähne. Die Zähne, die zuletzt wachsen, müssen schon bereits einen Platz erkämpfen. Es kann dort vorkommen, dass sie von ihrer regulären Wuchsrichtung abkommen oder sich nicht gerade aufrichten können und schief wachsen. Das kann auch genetisch oder durch ein Trauma begründet sein. Sie werden dann schief oder verlagert wachsen und andere Zähne an ihrem normalen Wuchs verhindern.

Arten von retinierten Zähnen

  • vollständig retiniert: Zähne sind vollständig vom Zahnfleisch bedeckt
  • teilretinierte Zähne: Zahnkronen sind hindurch gebrochen und die Zähne sind nur teilweise von Zahnfleisch bedeckt
    Ein Unglück kommt selten allein. Ein zusätzlicher Faktor, wenn ein Zahn nicht nur retiniert ist, sondern sich auch noch am falschen Platz im Kiefer befindet, also verlagert. Sie können von der sogenannten palatinalen Retention betroffen sein, dann liegt der Zahn zu weit im Gaumen als vorgesehen. Oder vestibulär retiniert heisst, dass er zu weit aussen im Zahnfleisch wächst.

Symptome und Entdeckung der retinierten Zähne

Ein retinierter Zahn fehlt in der Zahnreihe, das hat sowohl optische als auch funktionelle Folgen. Das kann meistens daran liegen, dass ein Milchzahn nicht herausfallen möchte, ein sogenannter persistierender Milchzahn. Oft kann man die retinierten Zähne als Vorwölbungen am Gaumen oder im Mundvorhof ertasten. Das kann der Patient unter Umständen auch realisieren. Wenn das Austasten nicht hilft, dann hilft eine Röntgenaufnahme, die einen ersten guten Überblick über die genaue Lage des retinierten/teilretinierten oder verlagerten Zahns gibt. Oft wird auch eine dreidimensionale Aufnahme gemacht, wo man die Zahnstrukturen besonders gut erkennen kann mit dem Verlauf der Nerven im Unterkiefer, und dem umliegenden Gewebe. Dann kann man auch den Eingriff gut planen.

Die Retention und ihre Folgen

Die Folgen der Retentionen oder Verlagerungen sind vielschichtig. Dadurch, dass die retinierten Zähne sich nicht in den vorgesehenen Zahnreihen befinden, vollständig oder teilweise verborgen sind, gibt es ein erschwertes Kauen und Abbeissen. Die Zähne im Kiefer, die zusätzlich gewachsen sind, können sie Druck auf die Wurzeln von Nachbarzähnen ausdrucken und sie unter Umständen schädigen oder verschieben. Sogar Kiefergelenkschmerzen oder Schluckbeschwerden können Folgen sein bis hin zu Entzündungen oder Schmerzen. Wenn die Zähne teilretiniert sind, kann es sein, dass die Mundreinigung schwieriger wird, was wiederum Infektionen und Zysten begünstigt. Zusammenbiss und Kaufunktion können gestört sein. 

Zu einem weiteren Problem kann es dadurch kommen, dass aus dem Zahnsäckchen, das sich bei einem normal gewachsenen Zahn nach dem Auswachsen zurückbildet, bei einem retinierten Zahn zur Zyste wird. Sie vergrössert sich unbemerkt, verursacht auch keine Symptome, dann aber das Gewebe verdrängt und zu Schmerzen führt. Teilretinierte Zähne treffen sich mit Bakterien in der Mundhöhle und schaffen eine Schlupfwinkel für Zahnbeläge und Speisereste, die sich schlecht reinigen lassen. Hier bildet sich ungestört Karies und zerstört unter Umständen beide Zähne.

Retinierte Zähne und ihre Behandlung

Es gibt Unterschiede in der Behandlungsweise, um welchen Zahn es sich handelt: 

  • Weissheitszähne: retinierte und verlagerte Weisheitszähne werden mit einer Röntgenaufnahme und Abtasten festgestellt und dann werden sie mit einem chirurgischen Eingriff komplett entfernt.
  • bei anderen Zähnen werden andere Massnahmen ergriffen, das sieht dann so aus.
  • Die falsch wachsenden oder retinierten Zähne werden meist ganz freigelegt mit einem kleinen Schnitt. Es kann sein, dass ein Metallplättchen mit einer Kette oder einem Draht (Bracket) befestigt wird, damit sie in die richtige Position gezogen werden kann. Die Wunde wird vernäht. Der Draht bleibt und dient dazu, dass der Kieferorthopäde durch stetigen Zug ihn an die richtige Stelle im Zahnbogen zieht. Die Behandlung wird vom Kieferorthopäden durchgeführt und endet erst, wenn sich der querliegende Zahn aufrichtet und dreht und in ihre geplante Position wandert.
  • Zähne, die verlagert sind, und sich aus irgendeinem Grund nicht in die richtige Position bewegen lassen, können durch sogenannte autogene Zahntransplantation entfernt werden und an anderer Stelle wieder eingesetzt werden. Das funktioniert am ehesten bei Jugendlichen und Kindern, weil die Chance darauf, dass die Zähne wirklich erhalten bleiben in der Wachstumsphase am grössten ist. Damit die Transplantation erfolgreich ist, muss der Zahn bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • die aus dem Knochen wachsenden teilretinierten Zähne bleiben unter einer Art Kapuze stecken, wo dann Nischen entstehen können, wo sich Speisereste sammeln und sich auch entzünden können. Diese wird vom Zahnarzt geöffnet, um die Entzündung vorzubeugen.
  • bei vollretinierten, vom Zahnfleisch bedeckten Zähnen wird der Zahn freigelegt, unter örtlicher Betäubung oder Dämmerschlaf. Die Voraussetzung ist genug Platz im Kiefer, mit einer kieferorthopädische Therapie im voraus für Platzschaffung im Kiefer.
  • bei retinierten und verlagerten Zähnen befestigt der Kieferchirurg einen Bracket auf der Zahnoberfläche und verschliesst die Wunde. Mit der am Bracket angebrachten Kette wird ein Draht einer festen Zahnspange verbunden. Dann wird jeden Tag Druck auf den Zahn ausgeübt, um durch Ziehen die richtige Position zu finden. Die Behandlung mit fester Zahnspange wird enden, sobald die Zähne gerichtet sind. Passiert nicht das gewünschte Ergebnis, werden die Zähne gezogen.
  • feste Zahnspange ist jedoch nicht immer erforderlich, nur in den Fällen, wenn der retinierte Zahn kein Weissheitszahn ist und nicht gezogen werden kann. Weisheitszähne werden meist direkt vom Kieferchirurgen entfernt, da wenn sie verlagert sind, üben sie einen sehr starken Druck auf die Wurzeln der Backenzähne aus. Das führt dazu, dass sie diese zusammen mit der gesamten Zahnreihe verschieben und Fehlstellungen verursachen. Hier kann aber auch eine unsichtbare Zahnschiene die Lösung sein, die auch den möglichen Engstand korrigieren kann

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine Retention und eine Verlagerung eines Zahnes oder mehrerer Zähne sehr gut wieder in Ordnung gebracht werden kann. Sehr oft hören wir in diesem Zusammenhang von Weissheitszähnen, jedoch passiert das auch in anderen Teilen des Gebisses. Es ist nur eine Frage der Geduld und die verlorenen Zähne sind wieder schön eingegliedert. Wenn also beim Wuchs der Zähne nicht alles glattgeht, kann zahnmedizinisch und kieferorthopädisch auf nachgeholfen werden, um einen gesunden Zahnhalteapparat für den guten Biss und eine ästhetische Zahnreihe wiederherzustellen. An dieser Arbeit sind immer Zahnarzt und Kieferorthopäde beteiligt. 

Häufig gestellte Fragen


Wie lange kann man auf einen Zahn warten, der schon durchgebrochen sein sollte?

Wenn ein Zahn, der schon in der Zahnreihe hätte erscheinen müssen nicht ausgetauscht ist, sollte man spätestens nach eineinhalb Jahren Verdacht schöpfen und vom Zahnarzt eine Röntgenaufnahme machen lassen. Das zeigt dann eindeutig die Gründe für die Verspätung.

Wie schmerzhaft ist die Zahnfreilegung?

Die Zahnfreilegung ist gar nicht schmerzhaft, weil sie in der Regel in örtlicher Betäubung stattfindet. Unter Umständen, bei Angstpatienten oder sehr jungen Patienten kann die Behandlung auch in Dämmerschlaf oder Vollnarkose durchgeführt werden.

Wie lange dauert es, bis der retinierte Zahn sich wieder eingegliedert werden kann?

Es ist kaum möglich, diese Frage pauschal zu beantworten, aber abhängig von den genauen Voraussetzungen kann der Prozess ein halbes oder ganzes Jahr dauern.

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