Zwei meiner oberen Zähne haben sich in den letzten Monaten verfärbt. Ich habe im Internet recherchiert und gelesen, dass eine solche Verfärbung durch das Absterben des Zahns verursacht werden kann. Was bedeutet das für mich – müssen diese Zähne gezogen werden?
Lieber Herbert,
Ein toter Zahn ist ein Zahn, der keine Blutversorgung mehr erhält. In vielen Fällen ist die Verfärbung eines Zahns eines der ersten Anzeichen dafür, dass ein Zahn abstirbt. Zusätzlich kann es zu Schmerzen im Zahn oder im Zahnfleisch kommen. Gesunde Zähne haben normalerweise einen weissen Farbton – dieser kann sich zwar durch Ernährung oder Mundhygiene leicht verändern, aber ein toter Zahn unterscheidet sich deutlich im Aussehen von einem gesunden Zahn. Zähne bestehen aus harten und weichen Geweben. Wenn die Nerven im Inneren des Zahns – also im sogenannten Zahnmark (Pulpa) – durch Karies oder eine Verletzung beschädigt werden, kann die Blutversorgung unterbrochen werden. Das kann eine Infektion verursachen und schliesslich zum Absterben des Nervs führen.
Das auffälligste Symptom eines toten Zahns ist die Verfärbung. Wenn ein Zahn abstirbt, verändert sich seine Farbe und hebt sich von den benachbarten Zähnen ab. Er kann gelblich, hellbraun, grau oder sogar schwarz erscheinen – fast so, als wäre der Zahn beschädigt. Diese Verfärbung schreitet mit der Zeit fort, während der Zahn weiter verfällt und der Nerv abstirbt. Ein weiteres mögliches Symptom ist Zahnschmerz, ausgelöst durch den sterbenden Nerv – allerdings tritt dieser nicht in jedem Fall auf. Weitere Anzeichen können Mundgeruch, schlechter Geschmack im Mund oder eine Schwellung rund um den Zahnfleischrand sein.
Eine mögliche Ursache ist ein Trauma – etwa durch einen Schlag mit einem Fussball ins Gesicht oder einen Sturz auf den Mund. Ein Zahn kann in wenigen Tagen oder über Monate, sogar Jahre hinweg absterben. Ein Zahn kann auch infolge unzureichender Zahnhygiene absterben. Dabei entstehen kariöse Läsionen (Löcher), die unbehandelt den Zahn allmählich zerstören. Diese beginnen an der äusseren Schutzschicht – dem Zahnschmelz – und fressen sich nach und nach hindurch, bis sie schliesslich die Pulpa erreichen. Dies ist oft mit starken Schmerzen verbunden.
Ein Zahn stirbt ab, wenn das Zahnmark abstirbt. Dieses befindet sich im Inneren des Zahns und besteht aus Nerven, Blutgefässen und Bindegewebe. Es versorgt die äusseren Zahnschichten mit Nährstoffen und ist verantwortlich für die Schmerzempfindlichkeit. Obwohl es vom Dentin und vom Zahnschmelz – der die Zähne schützenden äusseren Schicht – umgeben ist, können Bakterien eindringen und Entzündungen in der Mundhöhle auslösen. Bleibt diese Entzündung unbehandelt, stirbt das Gewebe ab – ein irreversibler Prozess, da sich die Pulpa nicht selbst regenerieren kann.
Die häufigste Ursache ist Karies. Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, dringt sie tief in den Zahn ein, erreicht die Pulpa und führt dort zu Entzündung und Absterben. Das gilt auch für eine Pulpitis, denn wenn man nicht rechtzeitig eine Fachperson aufsucht, kann auch sie zum Absterben führen. Ebenso physische Schäden wie Schläge oder Risse im Zahn können die Pulpa zerstören und so den Zahn absterben lassen.
Die erwähnten Symptome können Hinweise auf einen toten Zahn sein – aber es gibt auch andere zahnmedizinische Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden. Deshalb sollte so bald wie möglich ein Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser untersucht den Zahn, das Zahnfleisch und beurteilt die Beschwerden. Anschliessend wird eine OPG-Aufnahme gemacht, um die Zahnwurzel und das umliegende Knochengewebe zu beurteilen und den Schweregrad des Absterbens festzustellen.
Das Ziel der Behandlung ist, die Infektion zu beseitigen und den Zahn – wenn möglich – zu erhalten. Die häufigste Methode ist die Wurzelbehandlung. Bei länger andauernder Entzündung des Zahnmarks kann nur sie die Beschwerden lindern. Dabei wird das abgestorbene oder infizierte Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt, der Zahn desinfiziert und wieder verschlossen, um eine erneute Infektion zu verhindern.
Manchmal ist es schwierig, alle infizierten Bereiche vollständig zu erreichen. Insbesondere, wenn die anatomische Lage des Zahns den Eingriff erschwert, und falls sich im Zahn sehr feine, mit blossem Auge nicht sichtbare und unregelmässige Wurzelkanäle befinden. In solchen Fällen kann ein zahnärztliches Mikroskop helfen: Es erlaubt eine rund 30-fache Vergrösserung und erhöht so die Erfolgschancen der Behandlung deutlich.
Wenn der Zahn jedoch als nicht mehr erhaltungswürdig gilt, muss er entfernt werden – um weitere Komplikationen zu vermeiden. Das alles lässt sich jedoch meist vermeiden – durch gute Mundhygiene, regelmässige zahnärztliche Kontrollen und Schutz der Zähne vor Verletzungen.
Zahnexperten Ungarn