Morgen wird mir mein rechter oberer Sechser gezogen, und der Arzt hat gesagt, dass die Wurzel ziemlich lang ist und sich möglicherweise die Kieferhöhle öffnen kann. Falls das passiert: Womit muss ich rechnen, und wie wird das behandelt?
Lieber Andreas
Die Öffnung der Kieferhöhle (Sinus maxillaris) ist eine oralchirurgische Komplikation, die tatsächlich am häufigsten bei der Entfernung von oberen hinteren Zähnen (Backenzähnen und kleinen Backenzähnen) auftritt. Da die Wurzeln dieser Zähne sehr nahe am Boden der Kieferhöhle liegen, kann beim Entfernen des Zahns eine Verbindung zwischen der Mundhöhle und der Kieferhöhle entstehen.
Wichtig zu erwähnen ist, dass eine Öffnung der Kieferhöhle behandelbar ist. Obwohl sie unangenehm sein kann, heilt sie bei entsprechender oralchirurgischer Versorgung in der Regel ohne Komplikationen.
Wenn sich die Kieferhöhle öffnet, kann der Patient Folgendes bemerken:
Das Problem kann auch dadurch entstehen, dass ein Teil der Zahnwurzel im Zahnfleisch zurückbleibt und sich in die Kieferhöhle verschiebt oder bereits ursprünglich in die Kieferhöhle hineinragt. Deshalb ist in jedem Fall eine DVT-Untersuchung notwendig, um ein vollständiges Bild der Kieferhöhle zu erhalten.
Der Verschluss der Kieferhöhle erfolgt unter lokaler Betäubung, sodass der Patient den Eingriff völlig schmerzfrei erlebt. Zunächst wird ein Schnitt im Zahnfleisch des Gaumens gesetzt. Daraus wird ein Schleimhautlappen gebildet, mit dem die Öffnung abgedeckt und an der äusseren Schleimhaut im Bereich der entfernten Zahnposition fixiert wird.
Bis zum Entfernen der Nähte sind die folgenden Aktivitäten – mindestens eine Woche lang – strikt zu vermeiden:
Wenn eine geöffnete Kieferhöhle unbehandelt bleibt, können auch schwerwiegende Probleme auftreten: Es kann sich eine eitrige Kieferhöhlenentzündung entwickeln, die den gesamten Organismus beeinträchtigen kann. Deshalb sollte das Problem keinesfalls vernachlässigt werden. Wenn der Verschluss der Kieferhöhle rechtzeitig erfolgt, ist eine vollständige Heilung zu erwarten. Dazu ist selbstverständlich auch die Mitarbeit des Patienten erforderlich: Für eine gute Wundheilung ist es wichtig, die Anweisungen des Oralchirurgen genau einzuhalten.
Die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung der Kieferhöhle hängt stark von den anatomischen Besonderheiten des Patienten ab. In manchen Fällen kann die Wand der Kieferhöhle dünner oder empfindlicher sein und in direkter Beziehung zu den Zahnwurzeln stehen. In solchen Situationen ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich die Kieferhöhle während einer Zahnextraktion öffnet. Darüber hinaus können sich Lage und Struktur der Kieferhöhle auch mit dem Alter und dem Zustand der Zähne verändern, was das Risiko des Eingriffs erhöhen kann.
Zu den Faktoren, die das Risiko einer Öffnung der Kieferhöhle erhöhen können, gehören:
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