Ich überlege mir ein Implantat einsetzen zu lassen, aber mein Zahnarzt hat gesagt, dass vorher ein Sinuslift gemacht werden muss. Was bedeutet das?
Lieber Normann
Ein (offener) Sinuslift bzw. Kieferhöhlenanhebung ist ein spezieller oralchirurgischer Eingriff. Sein Ziel ist es, unter die angehobene Schleimhaut der Kieferhöhle ein Knochenersatzmaterial einzubringen, um neuen Knochen aufzubauen und dadurch die Höhe des Oberkiefers zu vergrössern.
Die Kieferhöhle befindet sich über den Backenzähnen des Oberkiefers. Wenn der Knochen unterhalb der Kieferhöhle stark ausgedünnt ist, senkt sich die Höhle nach unten ab. Durch den Knochenverlust wird die Membran zu dünn, um ein Zahnimplantat sicher zu verankern. In diesem Fall muss der Knochen vor der Implantation mit Knochenersatzmaterial ergänzt werden. Um die Kieferhöhle (Sinus) anzuheben und ihre ursprüngliche Form wiederherzustellen, wird die neben dem Kiefer liegende Sinusmembran angehoben, sodass genügend Platz entsteht, damit sich der Knochen mit dem Knochenersatzmaterial auf die erforderliche Höhe aufbauen kann.
Es gibt auch einen kleineren Eingriff in diesem Bereich, den sogenannten geschlossenen Sinuslift. Der geschlossene Sinuslift ist ein zahnärztliches Verfahren, das durchgeführt wird, wenn der Oberkieferknochen zu dünn für ein Zahnimplantat ist, aber nur wenig Knochen zur optimalen Höhe fehlt. Beim geschlossenen Sinuslift wird der Knochen durch den Implantatbohrkanal mithilfe eines speziellen Instruments angehoben, ohne dass der Bereich direkt sichtbar ist. Diese Methode kann angewendet werden, wenn nur eine geringe Knochenanhebung erforderlich ist (in der Regel nicht mehr als 2–3 mm).
Nach Zahnverlust im Oberkiefer kommt es häufig zu Knochenabbau im Bereich der Kieferhöhle, sodass für die Implantation ein Knochenaufbau notwendig wird.
Zahnexperten Ungarn