Es ist schon eine Woche her, dass einer meiner Backenzähne unten gezogen worden ist, aber ich spüre seine Stelle noch immer. Ist es normal?
Lieber Manfred
Die Heilungszeit der Wunde nach einer Zahnextraktion kann in zwei Hauptteile aufgeteilt werden: die Heilung des Zahnfleisches dauert in der Regel 1 bis 2 Wochen, während das Loch an der Stelle des entfernten Zahns wegen der Ossifikation oft nur in 3 bis 6 Monaten verschwindet. Es ist wichtig, das Blutgerinnsel intakt zu halten. Das heisst, man darf es nicht aussaugen oder stochern und in den ersten 1 bis 2 Tagen sind heisse, harte Lebensmittel und der Alkohol zu vermeiden, damit die Wunde schneller verheilt.
In den ersten 1 bis 2 Tagen ist der Schutz des Blutgerinnsels entscheidend. Das Blut bettet sich ins Loch an der Stelle des Zahns ein und füllt später das Loch auf. In den ersten 1 bis 2 Tagen sind heisse Getränke, Alkohol, Rauchen und das Aussaugen der Wunde zu vermeiden. Letzteres kann nämlich das Blutgerinnsel entfernen und eine Entzündung (Alveolitis) auslösen. Wichtig: in den ersten 3 Stunden nach dem Eingriff sind Essen, Trinken und Spülen VERBOTEN. Die Stelle des Eingriffs bitte NICHT aussaugen oder harsch spülen! Bitte die Stelle des Eingriffs nur von aussen spülen. Es ist empfohlen, die Stelle des Eingriffs nach der Operation mindestens 4 Stunden lang zu kühlen. Das sorgfältige Kühlen der Stelle des Eingriffs kann das Risiko eines lokalen Ödems minimieren. Nachdem Sie die Stelle 20 Minuten lang gekühlt haben, ist jeweils eine Pause von 30 Minuten empfohlen!
Wichtig: Benutzen Sie KEINE Kältekompressen, da diese die Entstehung von Ödemen begünstigen können!
In der ersten Woche startet die Regeneration des Zahnfleisch-Weichgewebes. Die Oberfläche der Wunde schliesst oft schnell, aber die Heilung der unteren Schichten dauert länger. Wir bitten Sie darum, in den ersten 48 Stunden nach dem Eingriff möglichst NICHT waagerecht liegen, sondern in Sitzhaltung ruhen. Wir bitten Sie auch darum, den Oberkörper/Kopf in der Nacht in einem ca. 45-Grad-Winkel hochzulagern. Schwellungen nach dem Eingriff sind normal und diese Reaktion kann sich in den ersten 2 bis 3 Tagen sogar verstärken. Unmittelbar nach dem Eingriff ist sorgfältige Mundhygiene besonders wichtig. Die Plaque, die in einer ungepflegten Mundhöhle entstehen kann, ist nämlich bakteriellen Ursprungs, die die frische Wunde kreuzkontaminieren und damit den Erfolg des Eingriffs gefährden kann. Die Ausrede „Ich habe mich nicht getraut, die Wunde zu reinigen!” ist nicht akzeptabel und kann nur den Erfolg des Eingriffs riskieren! In der ersten Woche nach der Operation sind körperliche Arbeit, Heben und Sport VERBOTEN!
In den ersten 1 bis 2 Wochen verheilt das Zahnfleisch grösstenteils und die Stelle des Zahns zieht sich zusammen. Zu diesem Zeitpunkt werden eventuelle Nähte entfernt.
In den 3-6. Monaten findet die Ossifikation in den tieferen Schichten der Alveole statt und als Folge bildet sich intaktes, gesundes Knochengewebe an der Stelle des Zahns.
Achten Sie auf das Blutgerinnsel! Die Wunde nie aussaugen oder stochern, da es zur Beschädigung oder Verschiebung des Blutgerinnsels sowie zur Entstehung von Entzündungen führen kann.
In den ersten Tagen sind heisse, harte und stückige Speisen sowie Alkohol zu vermeiden.
Es ist ratsam, in den ersten ein paar Tagen intensive körperliche Aktivitäten zu vermeiden.
Benutzen Sie in der Nähe des heilenden Gebiets eine weiche Zahnbürste und putzen Sie dieses Gebiet vorsichtig.
Weitere Hinweise, die wir unseren Patienten nach oralchirurgischen Eingriffen mitteilen:
Bis zur Nahtentfernung ist die Nutzung vom herausnehmbaren Zahnersatz verboten!
Was das Essen anbelangt, wir empfehlen Ihnen, tierische Milchprodukte (z. B. Joghurt, Kefir, Käse) sowie Speisen mit rohen Eiern möglichst NICHT verzehren. Pflanzliche Milchprodukte können beliebig verzehrt werden.
Das Rauchen (E-Zigaretten, IQOS), sowie der Verzehr von Kaffee und Alkohol sind in der Woche nach dem Eingriff verboten!
Wenn man trotz der Empfehlungen raucht, schliessen die Wunden nach dem Eingriff nicht ordnungsgemäss und es können Komplikationen auftreten. Wenn man nach einer Zahnextraktion raucht, kann es zur Entzündung der Alveole führen, sowie wegen der ungenügenden Heilung der Knochen eine spätere Implantation unmöglich machen! Folglich wird die Dauer der Knochenrekonstruktion wesentlich verlängert und die Kosten können auch höher sein. Wenn man trotz der Implantation raucht, kann es zum Erlöschen der Garantie führen. WICHTIG: Im Fall einer Implantation reicht es nicht, wenn man weniger raucht. man muss damit komplett aufhören.
Nach einer erfolgreichen Operation ist zur erfolgreichen Heilung die Zusammenarbeit vom Patienten und Zahnarzt unerlässlich. Zu dieser Zusammenarbeit sind die obigen Punkte unerlässlich, damit die Bedingungen für eine beschwerde- und komplikationsfreie Heilung geschafft werden.
Zahnexperten Ungarn