Mein linker unterer Weisheitszahn hat sich entzündet, und deshalb habe ich eine Kieferklemme entwickelt. Ich war beim Kieferchirurgen und habe Antibiotika bekommen. Die Entzündung und der Schmerz lassen langsam nach, aber die Kieferklemme bleibt seit einer Woche bestehen. Solange sie nicht weg ist, kann der Zahn nicht gezogen werden. Was kann ich tun, um meinen Mund wieder öffnen zu können?
Sehr geehrter Herr Wilhelm F.,
Die Kieferklemme verschwindet in der Regel dann, wenn die Entzündung vollständig abgeklungen ist. Sollte die Antibiotikakur bereits abgeschlossen sein und trotzdem keine Besserung eingetreten sein, empfehlen wir Ihnen unbedingt eine Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt! Auch wenn die Kieferklemme schmerzhaft sein kann, handelt es sich dabei meist um vorübergehende Symptome, die gut auf medikamentöse und physiotherapeutische Massnahmen ansprechen.
Sehen wir uns an, was man gegen Kieferklemme tun kann und wie sich die Beschwerden behandeln lassen.
Die Kieferklemme – auch als Trismus bekannt – ist ein schmerzhafter Zustand, bei dem sich die Kaumuskulatur krampfartig zusammenzieht und das vollständige Öffnen des Mundes verhindert wird. Dies kann zahlreiche Schwierigkeiten mit sich bringen, wie z. B. Probleme beim Essen und Schlucken, bei der Mundhygiene und beim Sprechen.
Das Schliessen des Kiefers ist in der Regel auf beiden Gesichtshälften gleichmässig spürbar. Die Symptome treten plötzlich auf und erreichen innerhalb weniger Stunden ihren Höhepunkt.
Ein typisches Anzeichen ist, dass der Patient den Mund nur etwa 10 mm weit öffnen kann. Weitere mögliche Beschwerden sind:
Bei einer Kieferklemme ist das Sprechen erschwert und auch das Schlucken kann schwierig sein, da die Bewegung des Mundes eingeschränkt ist.
Die Kieferklemme entsteht, wenn sich die Kaumuskeln nicht entspannen können. Dieser Krampf kann durch Verletzungen an Muskeln, Nerven, Knochen, Sehnen oder Bändern ausgelöst werden, aber auch durch gesundheitliche Probleme, Infektionen oder Medikamente.
Ein entzündeter, im Wachstum blockierter Weisheitszahn kann ebenfalls eine Kieferklemme verursachen, doch auch andere Faktoren kommen infrage, unter anderem:
Trismus kann nach fast jeder chirurgischen Zahnbehandlung auftreten, besonders häufig jedoch nach der Entfernung eines Weisheitszahnes im Unterkiefer. Ursachen können die durch den Eingriff entstandene Entzündung, eine Überdehnung des Kiefers oder Gewebeverletzungen durch das Anästhetikum sein.
Kieferverletzungen oder Schäden, wie z. B. ein Kieferbruch, Prellungen des Kiefergelenks (TMG), oder Kaumuskelverletzungen können zu einer Kieferklemme führen.
Infektionen im Bereich des Mundraums oder der Kiefermuskulatur – wie z. B. ein peritonsillärer Abszess – können die Kieferbewegung beeinträchtigen und eine Kieferklemme auslösen.
Tumore, die die Kieferfunktion beeinträchtigen, oder die Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich können ebenfalls zu Trismus führen.
Es gibt verschiedene Übungen zur Dehnung des Kiefers, die dabei helfen können, die Kieferklemme zu lösen. Diese können mehrmals täglich wiederholt werden. Vor Beginn empfiehlt es sich, die Kaumuskeln 30–40 Sekunden lang mit kreisenden Bewegungen zu massieren, um sie zu lockern.
Kiefergelenkübungen sollten idealerweise unter Anleitung eines Fachmanns durchgeführt werden.
In der Regel löst sich die Kieferklemme, sobald die zugrunde liegende Ursache behandelt wird. Daher ist es wichtig, bei zahnmedizinischen Gründen frühzeitig einen Zahnarzt aufzusuchen.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:
Neben medizinischen Massnahmen können auch Hausmittel helfen. Beispielsweise kann ein warmes, feuchtes Handtuch, das für 15 Minuten auf die Kieferpartie gelegt wird, die Muskeln entspannen und die Durchblutung fördern.
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