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Schmerzen beim Knochenaufbau: Was ist normal?

Ein Knochenaufbau klingt zunächst nach einem schmerzhaften Eingriff. Durch die örtliche Betäubung spüren Sie während der Behandlung normalerweise keine Schmerzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was nach einem Knochenaufbau normal ist, wie lange Beschwerden dauern und bei welchen Anzeichen Sie Ihren Zahnarzt kontaktieren sollten.

Verursacht ein Knochenaufbau Schmerzen?

Während des Knochenaufbaus betäuben wir den Behandlungsbereich örtlich – Schmerzen spüren Sie dabei in der Regel nicht. Druck, Zug oder Vibrationen können Sie jedoch wahrnehmen.

Nach dem Eingriff sind Wundschmerzen, ein Druckgefühl und Schwellungen normal. Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt unter anderem vom Umfang der Behandlung und vom eingesetzten Verfahren ab. Kleinere Eingriffe verursachen erfahrungsgemäss weniger Beschwerden als umfangreichere Knochenaufbauten.

Die Schmerzen lassen sich meist mit den empfohlenen Schmerzmitteln gut kontrollieren. Entscheidend ist vor allem, wie sich die Beschwerden in den Tagen nach dem Eingriff entwickeln.

Welche Schmerzen sind nach einem Knochenaufbau normal?

Nach einem Knochenaufbau sind in den ersten Tagen leichte bis mässige Wundschmerzen, Druckempfindlichkeit und ein Spannungsgefühl im behandelten Bereich normal. Auch Schwellungen können auftreten und die Beschwerden vorübergehend verstärken.

Typisch ist, dass die Schmerzen in den ersten ein bis drei Tagen am stärksten sind und danach schrittweise nachlassen. Beim Kauen oder Berühren der behandelten Stelle kann der Bereich noch einige Tage empfindlich bleiben.

Solange die Beschwerden von Tag zu Tag abklingen, entspricht das in der Regel einem normalen Heilungsverlauf.

Wie lange dauern die Schmerzen nach einem Knochenaufbau?

Bei den meisten Patienten klingen die Wundschmerzen innerhalb der ersten Woche deutlich ab. Nach etwa ein bis zwei Wochen ist der behandelte Bereich in der Regel weitgehend beschwerdefrei – zu diesem Zeitpunkt entfernen wir meist auch die Fäden.

Nach umfangreicheren Knochenaufbauten braucht der Bereich manchmal etwas mehr Zeit, bis das Kauen wieder völlig unauffällig ist. Die eigentliche Knochenheilung dauert danach mehrere Monate, verursacht jedoch normalerweise keine anhaltenden Schmerzen.

Wann sind Schmerzen nach dem Knochenaufbau ein Warnzeichen?

Ein Warnzeichen sind Schmerzen vor allem dann, wenn sie nach einigen Tagen nicht schwächer, sondern stärker werden oder nach einer bereits eingetretenen Besserung erneut zunehmen.

Kontaktieren Sie Ihren Zahnarzt auch bei folgenden Anzeichen:

  • Die Schwellung nimmt nach den ersten Tagen deutlich zu.
  • Sie haben Fieber oder fühlen sich zunehmend krank.
  • Aus der Wunde tritt Eiter aus oder Sie bemerken einen unangenehmen Geschmack oder Geruch.
  • Die Wunde blutet anhaltend oder beginnt erneut zu bluten.

Diese Beschwerden können auf eine Entzündung oder eine andere Komplikation hinweisen. Auch wenn Ihnen der Heilungsverlauf ungewöhnlich vorkommt oder Sie unsicher sind, sollten Sie die behandelte Stelle kontrollieren lassen.

Im Falle von ungenügender Knochensubstanz benötigt der Patient einen zusätzlichen Knochenaufbau.
Im Falle von ungenügender Knochensubstanz benötigt der Patient einen zusätzlichen Knochenaufbau.

Welche Verfahren zum Knochenaufbau gibt es?

Welche Methode wir wählen, hängt davon ab, wo und wie viel Knochen fehlt. Kleinere Defekte lassen sich häufig direkt im Rahmen der Implantation aufbauen, grössere benötigen einen umfangreicheren Knochenaufbau und mehr Heilungszeit.

Zu den wichtigsten Verfahren gehören:

  • GBR (Guided Bone Regeneration): Knochenersatzmaterial oder körpereigener Knochen wird in den Defekt eingebracht und mit einer Membran abgedeckt.
  • Bone Spreading: Ein zu schmaler Kieferknochen wird vorsichtig gedehnt, um Platz für das Implantat zu schaffen.
  • Bone Splitting: Der Kieferkamm wird kontrolliert gespalten und verbreitert.
  • Knochenblock: Bei grösseren Defekten befestigen wir ein Stück körpereigenen Knochen am Kiefer, um fehlendes Volumen aufzubauen.
  • Sinuslift: Im Oberkiefer wird der Boden der Kieferhöhle angehoben, wenn für ein Implantat nicht genügend Knochenhöhe vorhanden ist.

Welches Verfahren sinnvoll ist, entscheiden wir nach der klinischen Untersuchung und der Röntgen- beziehungsweise 3D-Diagnostik.

Wie läuft ein Knochenaufbau ab?

Vor dem Eingriff planen wir, wo und in welchem Umfang Knochen aufgebaut werden muss, und besprechen mit Ihnen das geeignete Verfahren. Der Eingriff selbst erfolgt unter örtlicher Betäubung.

Anschliessend bringen wir das benötigte Knochenmaterial in den vorgesehenen Bereich ein und stabilisieren es je nach Verfahren mit einer Membran oder anderen Hilfsmitteln. Danach wird die Wunde vernäht, und die Heilungsphase beginnt.

Wann kann nach dem Knochenaufbau ein Implantat gesetzt werden?

Ob das Implantat gleichzeitig mit dem Knochenaufbau oder erst später eingesetzt werden kann, hängt davon ab, wie viel eigener Knochen vorhanden ist und wie umfangreich der Aufbau ausfällt.

Bei kleineren Defekten lässt sich das Implantat häufig in derselben Sitzung setzen. Bei grösseren Knochenaufbauten warten wir zunächst die Einheilung ab, die in der Regel mehrere Monate dauert. Erst wenn der neue Knochen stabil genug ist, um das Implantat sicher zu tragen, folgt die Implantation.

Welche Risiken und Komplikationen sind möglich?

Ein Knochenaufbau verläuft meist ohne grössere Probleme, trotzdem sind wie bei jedem chirurgischen Eingriff Komplikationen möglich. Dazu gehören vor allem Entzündungen, Wundheilungsstörungen, Nachblutungen oder eine unzureichende Einheilung des aufgebauten Knochens.

Seltener kann es vorkommen, dass sich eingebrachtes Knochenmaterial teilweise abbaut oder der gewünschte Knochengewinn nicht vollständig erreicht wird. Je nach Lage des Eingriffs bestehen zusätzlich spezielle Risiken, zum Beispiel im Oberkiefer im Bereich der Kieferhöhle.

Durch eine sorgfältige Planung, schonende Operationstechnik und gute Nachsorge lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Autor: Dr. Attila Halász - MSc., MoM - Ärztlicher Direktor der Klinik, Kieferchirurg in Budapest

Häufig gestellte Fragen


Welche Schmerzmittel helfen nach einem Knochenaufbau?

Welche Schmerzmittel für Sie geeignet sind, hängt von Ihrer gesundheitlichen Situation und dem Umfang des Eingriffs ab. Halten Sie sich an die Empfehlung Ihres Zahnarztes und nehmen Sie keine zusätzlichen Medikamente ein, ohne dies vorher abzuklären.

Wie lange bleibt die Schwellung nach einem Knochenaufbau?

Die Schwellung nimmt meist in den ersten zwei bis drei Tagen zu und klingt danach allmählich ab. Nach etwa einer Woche ist sie bei den meisten Patienten deutlich zurückgegangen. Wird die Schwellung nach mehreren Tagen stärker statt schwächer, sollten Sie Ihren Zahnarzt kontaktieren.

Wann darf ich nach einem Knochenaufbau wieder normal essen?

Sobald die Betäubung vollständig nachgelassen hat, können Sie wieder essen. In den ersten Tagen eignen sich weiche, nicht zu heisse Speisen. Kauen Sie möglichst nicht direkt auf der behandelten Seite und vermeiden Sie Lebensmittel, die die Wunde reizen können.

Wie lange bin ich nach einem Knochenaufbau arbeitsunfähig?

Nach einem kleineren Knochenaufbau können Sie oft schon nach wenigen Tagen wieder arbeiten. Nach umfangreicheren Eingriffen kann eine längere Erholungszeit sinnvoll sein, besonders bei körperlich anstrengender Arbeit. Wie lange Sie sich schonen sollten, besprechen wir individuell mit Ihnen.

Darf ich nach einem Knochenaufbau die Zähne putzen?

Ja, die übrigen Zähne sollten Sie weiterhin sorgfältig reinigen. Den operierten Bereich sparen Sie zunächst aus beziehungsweise reinigen ihn nur so, wie es Ihnen nach dem Eingriff gezeigt wurde. Sobald die Wunde ausreichend verheilt ist, können Sie die normale Mundhygiene schrittweise wieder aufnehmen.

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