Toter Zahn - Entstehung und Behandlung von toten Zähnen

Eine schlimme Vorstellung: ein toter Zahn im Mund. Mit Sicherheit möchten Sie ihn schnell weg haben. Aber merken Sie das überhaupt? Und muss er wirklich aus dem Mund?

Es ist zwar schwer zu glauben, aber man merkt nicht unbedingt, dass man einen toten Zahn im Mund hat. Oft melden sich keine Schmerzen und der Prozess des Absterbens läuft ganz unauffällig ab. Eine regelmässige Kontrolle beim Zahnarzt ist sowieso angesagt, schon allein, um in solchen Fällen früher Kenntnisse zu machen. Aber in den meisten Fällen ist es ein Glück doch so, dass sich mit der Zeit die Optik toter Zähne ändert und auch Schmerzen auftreten, die im Zusammenhang mit dem Absterben stehen. Das kann ein Problem für die betroffenen Patienten darstellen. Also schnell zum Zahnarzt! Der Zahn muss unter Umständen umfangreichen Behandlungen ausgesetzt werden, damit die gesundheitlichen Risiken minimiert und das Aussehen wiederhergestellt wird. Was genau wird gemacht, welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und welche Ursachen sind aufzuzählen für die Entstehung von toten Zähnen – darum geht es in diesem Artikel.

Wurzelkanalbehandlung
Wurzelkanalbehandlung

Aufbau vom Zahn

Sehen wir zunächst, wie ein Zahn aufgebaut ist. Sichtbar über das Zahnfleisch besitzt der Zahn eine Zahnkrone, darunter befinden sich eine oder mehrere Zahnwurzeln. In den Kieferknochen wird der Zahn durch die Wurzeln verankert. Wo sich Zahnkrone und Zahnwurzel treffen, den Bereich nennt man Zahnhals. Ein Zahn besteht aus verschiedenen Schichten, von aussen der Zahnschmelz, dann das Zahnbein, das sogenannte Dentin, danach im tiefsten des Zahns ist das Zahnmark (Pulpa). Das Pulpa ist durchzogen mit Blutgefässen, Nervenfasern und Bindegewebe und ist verantwortlich dafür, den Zahn mit Nährstoffen zu versorgen. Das passiert über den Wurzelkanal, bis zur Wurzelspitze, wo durch die Wurzelspitze in den Kieferknochen austreten. Das ist die Verbindung mit dem Körper und der Stoffwechsel entsteht. 

Eigenschaften von einem toten Zahn

Ein abgestorbener Zahn ist laut Medizin ein toter Zahn. Bei diesem Prozess stirbt die Substanz vom Zahn ab, das Dentin. Das ist kein Geschehen von einer kurzen Zeit, sondern ein Prozess. Tote Zähne entstehen in einem längeren, zerstörerischen Prozess. Zunächst sterben die Nerven und Blutgefässe ab, die den Zahn versorgen. Das bedeutet, der tote Zahn erhält keine lebensnotwendigen Nährstoffe mehr. Wenn die Pulpa angegriffen ist, muss sofort gehandelt werden, um das Absterben zu verhindern. Die Entzündung der Pulpa entsteht so, dass Bakterien und Erreger in den Zahnnerv eindringen und zwar über Löcher im Zahn, welche durch starke Karies entstehen. In manchen Fällen kann es extreme Schmerzen und Beschwerden bereiten, bei manchen Patienten hingegen treten keinerlei Schmerzen auf.

Ein toter Zahn fällt nicht unbedingt sofort heraus, deshalb kann es auch vorkommen, dass der Betroffene nicht merkt, dass der Zahn abgestorben ist, weil das Zahnschmelz selbst ohne versorgung noch stabil bleibt. Nur bei Schmerzen kommt verdacht auf. Ein wurzeltoter Zahn kommt meist wege uzureichender Zahnpflege zustande.  Daraus können die Schmerzen resultieren. Eine Mischung aus Karies, entzündeten und erkrankten Zahnnerven und Empfindlichkeiten beim Zubiss. Der Karies gräbt sich von aussen langsam in den Zahn ein, deshalb muss man auf die gründliche Reinigung auch der Zahnzwischenräume achten. Denn mit der Zeit kommt es dann zum Absterben der Zahnnerven. Ein weiterer Grund kann eine Zahnfleischentzündung sein, die auch das Risiko für das Absterben erhöht. Anzeichen, dass ein Zahn abgestorben ist, sind unter anderem, dass er sich dunkel verfärbt oder bricht sogar ab. Schwellungen im Mundraum und am Zahnfleisch können auch verdächtig sein, oder auch eine Entzündung an der betroffenen Stelle. Das ist deswegen der Fall, weil durch die freiliegende Zahnhälse Bakterien dort eindringen können. Damit Kieferknochen und Nachbarzähne nicht auch noch mit geschädigt werden, soll eine Behandlung erfolgen.

Zwei weitere Gründe seien noch für das Absterben der Zähne genannt:

Die Ursache kann auch eine Zahnwurzelentzündung sein. Diese befindet sich in der Pulpa und sorgt dafür, dass das umliegende Zahnmark abstirbt. Dann kann es ein Unfall sein, der zum Absterben führen kann. Bricht ein Zahn ab, oder er wird stark beschädigt, oder wird ausgeschlagen, so kann dieser Schaden dazu führen. Ein toter oder erkrankter Zahn kann Auswirkungen auf die gesamte Gesundheit des Körpers haben. Der Organismus nimmt die Bakterien mit auf und kann ebenfalls daran erkranken und den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen. Daher ist es wichtig, keine Zeit zu verlieren und direkt zu reagieren.

Mit einem Röntgenbild und bestimmten Tests kann man feststellen, wie der Zustand vom toten Zahn ist. In vielen Fallen kann durch eine Wurzelbehandlung oder eine Wurzelspitzenresektion der Zahn gerettet werden, in anderen Fällen muss er gezogen werden. Das kann natürlich schon ein mulmiges Gefühl sein, aber durch Entspannungstechniken, Schmerzmitteln und anderen beruhigenden Massnahmen kann das unangenehme Erlebnis ein bisschen gelindert werden. 

Ein toter Zahn und die Symptome

Bei einem abgestorbenen Zahn siedeln sich die Bakterien sehr schnell in der Zahnwurzel an, besonders in der Wurzelspitze, die sich auch schnell entzünden kann. Natürlich versucht das Immunsystem das zu verbessern und schickt Abwehrzellen in die Gegend, damit sie der Entzündung entgegenwirken. Solange sie in der Mehrzahl sind wird sich die Entzündung auch langsamer verbreiten. Ohne Schmerzen kann man natürlich einen toten Zahn schlecht erkennen, aber folgende Anzeichen können eine Warnung sein:

  • Zahnsubstanz weist eine Instabilität vor, sie fängt an zu bröckeln, und einzelne Stücke brechen ab. Am Ende kann ein auseinander gebrochener Zahn entstehen.
  • den Zahn gekennzeichnet eine Verfärbung von grau bis dunkel und er verliert auch an Glanz.
  • Wenn sich der Zahn entzündet, bilden sich Schwellungen.
  • Beim Draufbeissen tut der Zahn weh

Diese Symptome können zwar auch auf andere Probleme hindeuten, aber in jedem Fall ist es ratsam, den Zahnarzt aufzusuchen. Überhaupt ist ein regelmässiger Besuch, etwa zweimal im Jahr sehr empfehlenswert. Ein einfacher Kälte-Test kann schon auf eine Vitalität hinweisen. Wenn der Nerv noch intakt ist, dann spürt man deutlich die Kälte mit einem ziehenden Schmerz, wenn der Zahn dagegen abgestorben ist, dann spürt man gar nichts. Aber auch Klopfen hilft, bei einem toten Zahn fühlt man keinen Druck. 

Erhalt oder Extrahierung vom abgestorbenen Zahn

Wird durch die Vitalitätsprüfung oder mit der Perkussionstestung – als dem Klopfen am Zahn – festgestellt, dass der Zahn tot ist, muss eine Behandlung erfolgen. Um chronische Entzündungen zu vermeiden, wird das tote Gewebe des Zahnnervs entfernt. Ist der Zahn so weit beschädigt, dass er nicht mehr gerettet werden kann, das ist dann, wenn der sehr zersplittert und gar keinen Halt mehr hat. In diesem Fall entscheidet sich der Zahnarzt für eine Entfernung, damit keine gesundheitlichen Probleme entstehen oder der Organismus weiter belastet wird. Das wird nach einer sehr gründlichen Untersuchung und Behandlung entschieden, denn das Ziel von jedem Zahnarzt ist die Erhaltung von eigenen Zähnen. Deswegen holen Sie sich im Zweifel ruhig eine zweite Meinung ein. 

Wenn der Zahn tot ist, was passiert dann?

Entscheidet man sich für die Erhaltung der Zähne folgt entweder eine Wurzelkanalbehandlung oder eine Wurzelspitzenrestriktion. Danach bekommt der Zahn eine Zahnkrone und sieht aus, wie die anderen eigenen Zähne. Die Behandlung des toten Zahns muss deswegen relativ schnell erfolgen, weil sonst chronische Entzündungen entstehen und er wird immer brüchiger und lockerer.

Die Schritte der Wurzelkanalbehandlung

Für die Erhaltung des Zahns wird folgendes unternommen: 

  • In den meisten Fällen wird diese Behandlung mit einer Betäubung durchgeführt, denn eine Entzündung im Bereich ermöglich nur so eine schmerzfreie Behandlung. Allerdings wenn der Nerv vollständig abgestorben ist, und der Patient keinerlei Schmerzen empfindet, kann die Behandlung auch ohne Schmerzmittel erfolgen.
  • Um an die Wurzelkanäle und das Zahnmark heranzukommen, bohrt der man ein Loch in den Zahn
  • Die Länge der Wurzelkanäle wird mit einer langen, feinen Nadel festgestellt. Wichtig ist bei diesem Schritt ein Röntgenbild, das die Zahl und Form der Wurzel zeigt.
  • Nun kommt es zu der Entfernung des entzündeten Gewebes mit speziellen Feilen.
  • Die Kanäle müssen danach sehr sorgfältig ausgespült und desinfiziert werden, damit keine Bakterien zurückbleiben. Dieser Schritt ist mit der wichtigste, denn durch das vollständige Saubermachen und reinigung der Kanäle, und zwar alle, kann eine spätere Folge von Schmerzen vermieden werden.
  • Zur Beruhigung des entzündeten Zahns wird ein Medikament in den Zahn eingelegt und danach wird dieser provisorisch verschlossen. Erst wenn die Entzündung abgeklungen ist, geht die Behandlung weiter.
  • Nun kann die Wurzelkanalfüllung erfolgen und damit alle Wurzelkanäle versiegelt werden. Der Zugang zum Zahn wird nun endgültig verschlossen.
  • Nach einigen Wochen wird der Zahn eine Zahnkrone bekommen.

Wurzelspitzenresektion

Es kann leider passieren, dass die Wurzelkanalbehandlung keinen Erfolg erbringt. Der Zahn tut weiterhin weh, beispielsweise, weil die Wurzelkanäle nicht richtig aufbereitet wurden, wegen gekrümmten Wurzeln. Hier wird die Wurzelspitzenresektion die letzte Möglichkeit sein, um tote Zähne zu erhalten. Dabei schneiden Zahnärzte die Wurzelspitze ab, damit die Entzündung und Bakterienherde beseitigt werden. Die Wurzelspitzenresektion erfolgt immer unter lokaler Betäubung.

Die Schritte sind die folgenden:

  • Durchtrennung von Zahnfleisch und Knochenhaut, Verschiebung vom Gewebe von Knochen, bis der frei zugänglich ist.
  • Als nächstes wird der Knochen von der Wurzelspitze abgetragen, bis das entzündete Gewebe sichtbar wird.
  • Danach kommt die Kürzung der Wurzelspitze etwa um zwei bis drei Millimeter, in machen Fällen auch mehr, etwa wenn die Wurzelspitze stark gekrümmt ist.
  • Danach bohrt der Zahnarzt den Wurzelkanal von oben auf; entfernt entzündetes Gewebe und es folgt wie bei der Wurzelkanalbehandlung gründliche Desinfektion, Trocknung und eine Wurzelfüllung.
  • Als nächstes wird das Gewebe wieder zurückgeklappt und vernäht.
  • Er verschliesst die Zahnkrone und wenn die Wunde vollständig geheilt ist, erfolgt die endgültige Füllung.

Eine Extraktion erfolgt, wenn der Zahn sehr lose, locker und brüchig ist und auch eventuell die Gesundheit gefährdet. Die Lücke, die durch die Entfernung entsteht kann mit einer Zahnbrücke, einen Zahnimplantat oder einem herausnehmbaren Zahnersatz geschlossen werden. Diese Behandlung kann einige Zeit in Anspruch nehmen, weil mehrere Schritte und die Wartezeiten der Heilung wichtig sind und eingehalten werden müssen. Es ist bei all diesen Behandlungen wichtig, den Patienten richtig zu beraten und gut begründete Entscheidungen zu treffen. 
Das Nachleben in solcher Weise behandelten Zähne ist sehr vielfältig. Denn sie können auch als Pfeilerzähne für Zahnkronen, Zahnbrücken oder Teilprothesen sein oder auch als Einzelzahn funktionell und ästhetisch Aufgaben erfüllen. Später können die Zähne gebleicht werden, bei Verfärbung oder als Schutz Keramikkronen eingesetzt werden.

Auswirkung toter Zähne auf den Körper

Schon allein der Gedanke, es befinde sich ein toter Zahn im Körper kann Grund zur Sorge sein. Kümmert man sich länger nicht darum, kann es auch gesundheitliche Folgen haben. Ist er mit Karies befallen, wandern Bakterien aus der Mundhöhle weiter in das abgestorbene Zahnmark und vermehren sich. Keiner merkt das. Es können Fäulnisprozesse stattfinden und so eine noch massivere Entzündung verursachen. DAs Gewebe stirbt wegen der fehlenden Blutversorgung ab und zerfällt und das führt zu einem ganz unangenehmen Geruch im Mund. Auch der Kiefer ist gefährdet, denn die Bakterien kommen durch die Wurzelspitze in den Kiefer und durchbrechen das Gewebe. Wenn dort die Entzündung weiterwirkt, lässt sie einen Abszess entstehen. Das ist ein Hohlraum im Gewebe, der mit Eiter gefüllt ist. Schon eine dicke Backe sichtbar. Der Zahnarzt, der umgehend aufgesucht werden sollte, verschreibt Antibiotika, damit sich die Keime nicht weiter im Körper ausbreiten. Weitere Krankheiten, die tote Zähne auslösen können, betreffen unter Umständen sogar das Herz oder das Gehirn. Eine weitere Erscheinung, die die Blutgefässe und den Blutkreislauf betrifft ist eine Art „Leichengift”.

Ein toter Zahn soll über die Wurzelspitze sozusagen Bakteriengifte und andere Schadstoffe ins Blut freisetzen können. Diese sind gefährlich für den gesamten Organismus. Selbst bei einem wurzelbehandelten toten Zahn kann diese Gefahr ausgehen. Das kann so passieren, dass bei der Entfernung des Zahnmarks und der gesamten Wurzelsystemen, die aus mehreren, auch mal gekrümmteren Wurzeln bestehen können etwas schief geht. Das Ziel ist es, den Zahn zu retten und es ist auch die einzige Möglichkeit, noch eigene Zahnsubstanz zu bewahren. Aber manchmal werden die Wurzeln nicht vollständig entfernt und es bleibt ein Restgewebe im Kiefer. Das kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Beispielsweise, dass es sich zersetzt und solche Leichengifte freilässt. Diese bestehen aus Eiweissresten. Wenn diese in den Körper eintreten, dann können sie sich gewebezerstörend oder nervenschädigend auswirken. Ein toter Zahn ist also ein Herd, der auf lange Sicht gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Fazit: Sie sind keine guten Lebensbegleiter, und sollten behandelt werden. Wenn Sie sich müde oder abgeschlagen fühlen, oder öfter unerklärlich krank sind, lassen Sie sich die Zähne untersuchen. Tote Zähne könnten der Grund dafür sein. 

Autor: Dr. Attila Halász - MSc., MoM - Ärztlicher Direktor der Klinik, Kieferchirurg in Budapest und Zürich

Häufig gestellte Fragen


Was bedeutet, dass ein Zahn tot ist?

Ein Zahn gilt als abgestorben, wenn die Zahnsubstanz, die Dentin abgestorben ist. Bevor die Dentin vollkommen zerstört ist, sterben langsam Nerven und Blutgefäße ab, die für die Versorgung des Zahns zuständig sind.

Wie kann man einen toten Zahn erkennen?

Der Zahnarzt führt Temperaturtests und Klopftests durch. Wenn der Zahn auf diese nicht reagiert, ist er abgestorben.

Womit kann man tote Zähne behandeln?

Eine Möglichkeit der Rettung von toten Zähnen ist die Wurzelbehandlung. Wenn diese nicht hilft, wird eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt.

Wie gefährlich sind tote Zähne?

Kranke Zähne im Mund zu belassen ist keine gute Lösung. Mit der Zeit verursachen sie Entzündungen, weil sich im toten Gewebe Bakterien ansammeln und das führt zu grösseren Problemen.

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