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Zahnfleischrückgang - Ursachen, Symptome und Behandlung

Rauchen, Zähneknirschen, Entzündung… Alle mögliche Auslöser des Zahnfleischrückgangs. Lesen Sie mehr über die Ursachen, Prävention und Behandlung!

Bei Zahnfleischrückgang (auch als Gingivarezession oder Zahnfleischschwund bezeichnet) wird bei den Patienten das Zahnfleisch (die Gingiva, Teil der Mundschleimhaut) weniger und weicht zurück, damit eventuell die Zahnhälse frei liegen werden - was zumindest zur unangenehmen Empfindlichkeit führen wird. Diese Gingivarezession ist entzündungsfrei - die andere ähnliche Möglichkeit ist als Gingivitis genannt. Gingivitis ist eine (meist) bakterielle Entzündung des Zahnfleisches. Wenn Gingivitis unbehandelt bleibt, kann dies eventuell auch die tieferliegenden Strukturen (Zahnhalteapparat, Parodontium) in Gefahr bringen und zur Parodontitis (auch als Periodontitis genannt, eine multifaktorielle entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates) führen. Aber die Gingivarezession und Gingivitis sind zwei verschiedene Phänomene - aber beide haben Zahnfleischrückgang. Auch wenn der Zahnfleischrückgang mit oder ohne Entzündung existiert, kann er in der Zukunft zu mehreren Entzündungen und noch schlimmeren Erkrankungen führen.

Zahnfleisch
Zahnfleisch

Der Zahnfleischrückgang kann eventuell zu großen Problemen führen, sogar zum Zahnverlust. Es kommt häufig vor, dass Patienten durch falsche Putztechnik oder eine mangelhafte Mundhygiene bei sich Zahnfleischrückgang erziehen. Eine viel zu starke Belastung der Zähne (wie z.B. beim Zähneknirschen) führt zur Überlastung der Zähne und des Zahnfleisches. Auch Lippen - und Zungenpiercings können Schwierigkeiten und Krankheiten erzeugen. Wir dürfen nicht vergessen: die Wirkung des Rauchens ist auch besonders problematisch. Durch das Nikotin vom Rauchen wird es zur Schädigung (und eventuell zur Zerstörung) der kleinsten Gefäße im Zahnfleisch kommen - und dann bildet sich das Zahnfleisch zurück. Wenn wir diese Probleme ausweichen wollen, müssen wir mehr über die Ursachen, die Prävention und mögliche Behandlungen mehr erfahren.

Einteilung der Schweregrad der Gingivarezession

Der Grad des Zahnfleischrückgangs wird laut des umliegenden Zahnfleischgewebes in vier Klassen eingeteilt, die Liste der Einteilung ist wie folgt:

Klasse 1. - der Zahnfleischrückgang bildet sich nicht bis zu der Mukogingivale Grenze (Mukogingivallinie, die Linie an der das Zahnfleisch in die Mundschleimhaut übergeht, wo die Auswölbung der Gingiva wegen des Zahns aufhört), es gibt noch keine Mundschleimhaut- oder Knochengewebeverlust. Es handelt sich um ein ästhetisches Problem.

Klasse 2. - der Zahnfleischrückgang reicht sich bis zu der Mukogingivale Grenze oder Mukogingivallinie, es besteht jedoch keine messbare Mundschleimhaut- oder Knochengewebeverlust in dem Interdentalraum. Es handelt sich noch um ein ästhetisches Problem, aber signifikanter.

Klasse 3. - der Zahnfleischrückgang reicht sich bis zu der Mukogingivale Grenze oder Mukogingivallinie, es gibt messbare Mundschleimhaut- oder Knochengewebeverlust und die Probleme haben schon zur Zahnfehlstellung geführt. Es besteht die Gefahr, dass die freiliegende Zahnhälse und Zahnwurzeln empfindlich, erkrankt oder geschädigt werden. 

Klasse 4. - der Zahnfleischrückgang reicht sich bis zu der Mukogingivale Grenze oder Mukogingivallinie, es besteht ein messbarer Mundschleimhaut- oder Knochengewebeverlust, es gibt schwere Zahnfehlstellungen im Mund. Das interdentale Weichgewebe liegt apikal (an der Spitze befindlich) des Gingivalrands. Es besteht die (erhöhte) Gefahr, dass die freiliegende Zahnhälse und Zahnwurzeln empfindlich, erkrankt oder geschädigt werden. Die Probleme und Symptome können sich noch schneller verschlimmern. Je höher der Gewebeverlust (Zahnfleisch und dann Knochengewebe), desto schneller können Patienten die Funktion des Zahnes - und dann die Zähne selbst - verlieren.

Also der Zahnfleischrückgang gefährdet zuerst nur die Ästhetik, dann die Funktion und eventuell kann zum Zahnverlust führen. Durch Entzündungen und äußere Einwirkungen wird die Gingiva von den Zähnen zurückziehen und die Zahnhälse und Zahnwurzeln sichtbar machen, die sich normalerweise unter dem Zahnfleisch befinden. Das Zurückbilden des Zahnfleisches kann aber gestoppt werden, was sowohl ihre eigene Aufmerksamkeit als auch die Hilfe eines Zahnexperten erfordert. Eine Gingivarezession ist leider ein sehr häufiges Problem, das jedoch oft in einem frühen Stadium unbemerkt bleibt. Bei der Entwicklung des Zahnfleischrückganges spielen mehrere Faktoren (von verschiedener Wichtigkeit) eine Rolle, einer der charakteristischsten ist das Alter - mit mehreren Jahren hat die Entzündung oder auch nur das falsche Zähneputzen mehr Zeit, um Schaden zu verursachen. 

Das Zahnfleisch von mindestens einem Zahn (sogar bei mehreren Zähnen) ist bei fast 88 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahren zurückgegangen. Dies ist leider nicht nur bei deim Anfang ein ästhetisches Problem, denn wenn das Zahnfleisch deutlich zurückbildet und die empfindliche Wurzel frei liegen wird, steigt auch das Risiko von Karies, Infektionen, weitere schlimmeren Entzündungen und Zahnverlust. Die zur Verfügung stehenden therapeutischen Methoden sind in der Regel in der Lage, das Zurückziehen des Zahnfleisches abzublocken und im Anfangsstadium sogar vollkommen oder zumindest teilweise rückgängig zu machen. Was hier wichtig ist, dass eine Therapie nur dann erfolgen kann, wenn das Zahnfleisch entzündungsfrei ist. Bei einem starken Zahnfleischrückgang und Symptomen wie Zahnempfindlichkeit, Schmerzen, Infektionen oder Zahnbeweglichkeit lohnt es sich auf jeden Fall, einen Spezialisten aufzusuchen, der die Beschwerden mit Tiefenreinigung, Medikamenten oder sogar Gewebeersatz behandeln kann.

Auf einen Blick: die Ursachen, die Gingivarezession verschlimmern können:

  • Mangelnde Mundhygiene und Zahnpflege
  • Traumatisches Zähneputzen (starker Druck, starke Borsten)
  • Rauchen (Nikotin)
  • Stress
  • Fehlbelastungen (Bruxismus, Zähneknirschen)
  • Zahnfehlstellungen
  • Ungesunde Ernährung
  • Vitamin- und Spurenelementmangel
  • Hormonale Probleme, Stoffwechselkrankheiten (Diabetes
  • Schlecht sitzende Prothesen (!) ein Grund mehr, einen guten Zahnarzt zu haben

Prävention

Die Behandlung richtet sich nach der auslösenden Ursache, die zunächst beseitigt werden sollte, um das weitere Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Um die Gingivarezession frühzeitig zu erkennen, sollten Sie Ihr Zahnfleisch regelmäßig von Zahnexperten kontrollieren lassen. Eine “Dentalhygiene” (Checkup und dentalhygienische Reinigung) ist sowieso regelmäßig nötig (mindestens zwei- oder dreimal pro Jahr). Gesundes Zahnfleisch sieht rosig aus, während das entzündete Zahnfleisch gerötet, geschwollen und manchmal empfindlich ist. Häufige Blutung des Zahnfleisches kann auch auf eine Erkrankung der Gingiva hinweisen - aber nicht jede Blutung ist wegen der Entzündung. Also es ist besser, den Zahnarzt für eine Kontrolle zu besuchen. Sie können auch auf Ihre Ernährung besser achten - wichtig ist, dass das Zahnfleisch mit allen wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgt ist. Wenn Sie an Vitaminmangel leiden, hilft natürlich nicht um Ihre Gingiva besser zu schützen. Oft ist Vitamin C und A hilfreich, aber fragen Sie Ihren Zahnarzt, was sie einnehmen oder essen können. Vitamin A befindet sich in Leber, Eigelb, grünem Blattgemüse, Paprika usw. Selen ist ein Spurenelement, was auch oft helfen kann (befindet sich in Fleisch, Fisch, Spargel, Nüsse, Eier, Pilze, Käse usw.). Vitamin C befindet sich in Zitrusfrüchte, Paprika, Kiwi, grünem Blattgemüse usw. Das Zahnfleisch wird viel widerstandsfähiger und weniger anfällig für Gingivarezession, wenn Ihrer Körper mit diesen wichtigen Stoffen gut versorgt ist (und auch das Zähneputzen / Mundhygiene optimal ist) - und wenn wir über Zahn- und Zahnfleischprobleme reden, jedes extra Bisschen hilft. 

Behandlung - regelmäßige, richtige Mundhygiene

Die optimale tägliche Zahnpflege ist das Wichtigste, was wir gegen Gingivarezession tun können, außer einer zahnärztlichen Behandlung. Die Ursache von Zahnfleischrückgang liegt fast immer in mangelnder und falscher Mundhygiene, viel zu starkem Zähneputzen und bakteriellen Entzündungen des Zahnfleisches. Wenn Sie die folgende Punkte beachten, können Sie viel für Ihre Gesundheit tun:

  • Mindestens 2-mal pro Jahr eine professionelle dentalhygienische Reinigung (in der Zahnarztpraxis, entweder bei Dentalhygieniker/ Dentalhygienikerin oder Zahnarzt/ Zahnärztin)
  • Täglich mindestens 2-mal die Zähne richtig putzen
  • Eine Zahnbürste mit weichen (zumindest nicht so harten) Borsten verwenden
  • Zahnbürste regelmäßig ersetzen (wegen Abnutzung, Belag und Bakterien)
    Zahnseide verwenden
  • Bei Bedarf (z.B. bei Implantaten, Kronen) mit Interdentalbürste reinigen
  • Mit dem Rauchen aufhören
  • Auf gesunde Ernährung achten, vitaminreiche Lebensmittel konsumieren
  • Wenn nötig, mit Vitamine (A, C)  und Spurenelemente (Selen) supplementieren

Die Folgen der Gingivarezession sind nicht angenehm. Erhöhte Schmerzempfindlichkeit der freiliegenden Zahnhälse; Risiko für Karies oder sogar Wurzelkaries; Verlust des ganzen befestigten Zahnfleisches usw. Wir sollten alles tun, diese mögliche Probleme zu vermeiden

Ist die Gingivarezession noch nicht zu stark ausgeprägt, besteht die Möglichkeit, dass der Rückgang durch zeitige, gezielten zahnärztlichen Behandlungen ohne chirurgischen Eingriff gestoppt werden kann. Allerdings lässt sich bereits verlorenes Zahnfleisch nicht wiederherstellen. Kann diese Rezession ohne Chirurgie nicht mehr behandelt werden, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Ziel der Behandlung ist es, die freiliegenden Wurzeloberflächen abzudecken und zu schützen, damit keine neue Gingivarezession entsteht. Kieferorthopädische Korrekturen können auch in Anspruch genommen werden, als Teil der Behandlung. Chirurgische Rezessionsdeckung bedeutet oft eine Verschiebelappenplastik: hier wird ein Stück des Zahnfleisches aus der benachbarten Region so “verschoben”, dass es die freiliegende Oberfläche abdeckt. Weichgewebetransplantate existieren auch (entweder körpereigenes oder künstliches Transplantat). Aber das Beste und Wichtigste bleibt die richtige Mundhygiene und die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt, auch nach einer chirurgischen Behandlung.

Häufig gestellte Fragen


Was sind die häufigsten Beschwerden des Zahnfleischrückganges?

Die häufigsten oralen Beschwerden, die durch Zahnfleischrückgang verursacht werden, sind: ästhetische Probleme, Lockerung der Zähne, Zahnverlust, Entwicklung der Zahnempfindlichkeit, Karies, unangenehmer Mundgeruch durch Gingivitis.

Prävention bei der Gingivarezession und Gingivitis?

Der Zahnfleischrückgang kann in einigen Fällen verhindert oder gestoppt werden. Eine der einfachsten Möglichkeiten ist die richtige Putztechnik zu erlernen und sich eine Zahnbürste mit weichen Borsten zu besorgen. Um eine durch Gingivitis verursachte Parodontitis zu verhindern, müssen wir auf eine optimale tägliche Mundhygiene achten und regelmäßige zahnärztliche Kontrolle haben, um die Entwicklung einer Gingivarezession zu verhindern.

Ich denke ich habe Zahnfleischrückgang oder Entzündung. Was soll ich machen?

Das Wichtigste ist zuerst Ihren Zahnarzt aufzusuchen. Der Zahnarzt / die Zahnärztin wird Ihnen helfen, die Ursachen zu identifizieren und den richtigen Behandlungsplan für Sie aufzustellen.

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